Tadschikistan: Der verborgene Schatz Zentralasiens

Als eines der weniger bekannten Länder in Zentralasien, steht Tadschikistan seltener im Rampenlicht als seine Nachbarn. Doch gerade diese Unauffälligkeit birgt ungeahnte Chancen für Investoren und Exporteure, die bereit sind, neue Märkte zu erschließen. Tadschikistan, mit seiner beeindruckenden gebirgigen Landschaft und als Heimat einer hart arbeitenden Bevölkerung, ist ein Land, das trotz seiner Herausforderungen auf dem Weg der wirtschaftlichen Erneuerung und Öffnung ist.

  • Bevölkerung & Wirtschaft: Mit etwa 10 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 143.000 km² ist Tadschikistan das kleinste Land Zentralasiens. Es zählt zu den weniger entwickelten Nationen, mit einem bedeutenden Anteil seiner Bevölkerung, der im Ausland arbeitet und Überweisungen nach Hause sendet, welche einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaft leisten.
  • Industrie & Dienstleistungen: Die industrielle Landschaft Tadschikistans ist geprägt von den Überresten sowjetischer Zeiten, mit einer wenig diversifizierten Struktur. Ein Bürgerkrieg zwischen 1992 und 1997 hat die ohnehin schon fragile Infrastruktur weiter geschädigt. Trotz dieser Rückschläge gibt es Bemühungen, die Industrie zu modernisieren und zu diversifizieren.
  • Import & Export: Tadschikistan ist ein Nettoexporteur von Strom und Aluminium, aber insgesamt sind Exporte nach Europa noch unterentwickelt. Aus Europa werden hauptsächlich Maschinen und Anlagen für die angestrebte Industrialisierung importiert.
Warum Tadschikistan jetzt ?

Die Regierung Tadschikistans hat eine neue Industrialisierungsoffensive gestartet, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Wirtschaft zu diversifizieren. Mit Wachstumsaussichten von über 7% und einem großen Nachholbedarf in der Industrialisierung bietet Tadschikistan attraktive Chancen für europäische Zulieferer in der Nahrungsmittel-, Textil-, Bekleidungs-, Leder-, pharmazeutischen Industrie, Baustoffindustrie, Metallverarbeitung sowie in Infrastrukturprojekten und im Energiesektor. Hinzu kommt das Potenzial unerschlossener Bodenschätze und natürlicher Ressourcen, das noch auf seine Entdeckung wartet.

Transportlösungen mit Condor:
  • LKW-Transport: Wir bieten Nord- und Südrouten an, wobei jede Route spezifische Vorteile bietet. Unsere Expertise in Sanktionsbestimmungen sichert einen reibungslosen Transport.
  • Luftfracht: Direkte Bedienung der wirtschaftlichen Zentren Usbekistans, ideal für eilige Sendungen. Luftfracht ist vom russischen Transitverbot ausgenommen, sofern kein russischer Hub angeflogen wird.
  • Komplexe Vorschriften: Der tadschikische Markt ist gemäß dem „Doing Business“-Ranking der Weltbank einer der herausforderndsten in Bezug auf grenzüberschreitende Handelsströme. Umfangreiches Know-How der Gegebenheiten ist entscheidend für eine erfolgreiche Markterschließung.

Wir bei Condor sind Ihr verlässlicher Partner für die Erschließung des tadschikischen Marktes. Mit unserer Erfahrung und Expertise auf den zentralasiatischen Relationen unterstützen wir Sie von der Abwicklung einzelner Transporte bis hin zur Planung und Durchführung von Großprojekten. Entdecken Sie mit uns die Möglichkeiten, die Tadschikistan bietet, und nutzen Sie die Chance, Teil dieses aufstrebenden Marktes zu werden.

 

Exkurs: Eingangsabgaben, Zertifizierung und Verzollungsvorgang 

Zur Veranschaulichung der Komplexität des Exportvorgangs finden Sie im Folgenden Details zu diesen drei Themen. Für spezifische Informationen zu Ihren Produkten wenden Sie sich gerne an unsere Zentralasien-Experten. 

  1. Eingangsabgaben

    Wie überall, sind auch in Tadschikistan Eingangsabgaben zu entrichten. Die wichtigsten Abgaben sind folgende:

    Zoll

    In Tadschikistan gibt es primär Wertzölle, die sich also nach dem Wert der Ware bemessen. Es gibt aber auch Zölle, die von anderen Bemessungsgrundlagen abhängig sind, wie zum Beispiel Gewichtszölle, Zölle abhängig von der Stückanzahl oder Zölle abhängig vom Hubraum.
    Die meisten Zollsätze bewegen sich zwischen 0 und 30 %. Die Struktur der Zollsätze lässt klare protektionistische Ziele erkennen, die eigene Industrie wird also durch hohe Importzölle geschützt.

    Einfuhrumsatzsteuer

    Wie in der EU auch, ist beim Import die Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten. Der Regelsteuersatz wurde auf 14% gesenkt.

    Zollgebühren

    Neben den oben angeführten Eingangsabgaben kommt noch eine gestaffelte Zollgebühr zur Anwendung. Nebengebühren sind Konvoigebühren für den Transit und Zolllagergebühren.

    Verbrauchssteuer (Akzisen)

    Für eine Gruppe von Gütern wird eine Abgabe, vergleichbar mit unserer Verbrauchssteuer, erhoben. In den GUS-Ländern wird diese auch als Akzise bezeichnet.

    Befreiung von Eingangsabgaben

    Es gibt eine Reihe von Freihandelsabkommen, die entweder die zollfreie Einfuhr oder einen reduzierten Präferenzzollsatz erlauben. Diese Abkommen bestehen zum Beispiel mit Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan, der Republik Moldau, der Russischen Föderation, Tadschikistan und der Ukraine. Reduzierte Zollsätze kommen mit 48 wenig entwickelten Ländern zur Anwendung.

  2. Zertifizierung

    Für viele Produkte muss beim Import ein Konformitätsnachweis erbracht werden. Die Art des Nachweises wird in Tadschikistan national geregelt. Wie in den meisten anderen GUS-Staaten beruht das Zertifizierungssystem auf dem System aus der Sovietunion und unterliegt einem stetigen Wandel.

    Konformitätszertifikat

    Der wichtigste und am meisten geforderte Konformitätsnachweis ist das Konformitätszertifikat. Es bestätigt die Übereinstimmung eines Produktes mit den nationalen, tadschikischen Konformitätsanforderungen. Es wird von der Agentur für Normung, Metrologie, Zertifizierung und Handelsinspektion ausgestellt.

    Weitere Konformitätsnachweise können abhängig von der Warenart sein:

    Pflanzengesundheitszeugnis

    Veterinärbescheinigung

    Zertifikat für veterinärmedizinische Erzeugnisse und Zubereitungen

    Zertifikat für Medizinprodukte
    Gesundheits- und epidemiologisches Gutachten
  3. Verzollungsvorgang

    Wie in allen ehemaligen Ländern der UdSSR ist der Verzollungsvorgang recht ähnlich dem in der Russischen Föderation und damit sehr formal und kompliziert. Einerseits muss sich der Wirtschaftsbeteiligte (=Importeur) selbst registrieren und andererseits muss der Importvorgang erfasst werden. Im Groben läuft der Importvorgang wie folgt ab:

    • Vertrag mit eine Zollbroker
    • Übermittlung eines einzigen Antragsformulars über das Single-Window-System:
        Das „Single Window“ ist ein System der Regierung Tadschikistans, das den Außenhandel durch Vereinfachung der Ausfuhr-, Einfuhr- und Transitverfahren unterstützt. Dieses System ermöglicht es, alle erforderlichen Dokumente und Informationen für den Außenhandel über einen zentralen elektronischen Weg bereitzustellen.
    • Beantragen der Genehmigung für den Grenzübertritt
    • Gebühr für ausländische Fahrzeuge
    • Zollkontrolle an der Grenze (Dokumentenkontrolle, Zollverschluss, TIR Carnet, Rechnung, Packliste, CMR Frachtbrief), Entscheidung über die Zollbegleitung (Konvoi)
    • Weitere amtliche Kontrollen:
      • Pflanzenschutzkontrolle
      • Veterinärkontrolle
      • Sanitäre und epidemiologische Kontrolle
      • Identitäts- und Dokumentenprüfung des Fahrers
    • Vorbereitung zur Zollabfertigung im Binnenzollterminal
      • Einfahrt in das Zollterminal
      • Übergabe der Dokumente an die Zollbehörde
      • Medizinische Untersuchung des Fahrers
      • Gemeinsame Inspektion der Behörden
      • Einholen und Bezahlen eventuell notwendiger Gutachten und Konformitätsnachweise
    • Verzollung
      • Einreichen der Einfuhrzollanmeldung
      • Überweisen sämtlicher Eingangsabgaben, Bestätigung ist für den nächsten Schritt notwendig
      • Nach der Freigabe Erhalt der bestätigten Zollanmeldung
    • Ausfahrt aus dem Zollterminal mit der Ware, die sich im freien Verkehr befindet
      • Bezahlen der Zollterminalgebühren
      • Ausfahrerlaubnis mittels Laufzettel durch alle Behörden
      • Physische Ausfahrt

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