„Für nach Russland liefernde EU-Betriebe ist es essentiell die wechselseitigen Sanktionen zu kennen um keine Embargoverletzungen zu riskieren. Als langjährige Russlandexperten helfen wir Ihnen diese komplexen Transporte abzuwickeln“

Mag. Andreas Gfrerer, Geschäftsführer Spedition Condor, Salzburg

Sowohl Sanktionen gegen Russland, als auch Gegensanktionen von russischer Seite verlängert

Die bereits seit zwei Jahren bestehenden wechselseitigen Handelseinschränkungen führen zu mitunter erstaunlichen Umgehungsversuchen. So exportiert Weißrussland z.B. fünf mal mehr „heimische“ Äpfel nach Russland als es produziert.

Die im August 2014 von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Russland wurden im Sommer bis zum Jänner 2017 verlängert.
Grob umrissen geht es dabei hauptsächlich um Exportverbote für Militärgüter, Dual Use Güter (sofern für militärische Zwecke vorgesehen, bei ziviler Nutzung besteht Genehmigungspflicht), Öl-Ausrüstung, weiters um Export- und Importbeschränkungen speziell für die Krim und Sewastopol, Einschränkungen beim Kapitalverkehr und Verbote von Geschäften mit bestimmten gelisteten Institutionen und Personen.
Die Russischen Sanktionen hingegen bestehen hauptsächlich in einem Verbot der Einfuhr von Agrargütern, Lebensmitteln, so wie Rohstoffen zu ihrer Herstellung aus der EU und wurden von Präsident Putin im Gegenzug ebenfalls verlängert, bis zum Dezember 2017.
Der Export nach Russland ist seit Beginn der Sanktionen eingebrochen und so wird vielfach versucht, die Embargobestimmungen zu umgehen. Die von Russland für den Import verbotenen EU-Waren werden hauptsächlich über Weißrussland eingeführt und so kommt es zu Kuriositäten wie einem fünffach die Produktion übersteigenden Export „weißrussischer“ Äpfel nach Russland. Die Begleitpapiere werden gefälscht, Weißrussland anstatt eines EU-Landes als Herstellerland angeführt. Ware, die als solcherart falsch deklariert entlarvt wird, wird seit August 2015 kurzerhand von den russischen Behörden beschlagnahmt und vernichtet. Laut russischer Lebensmittelbehörde handelt es sich dabei bis dato bereits um ca. 7.500 Tonnen illegal eingeführte Lebensmittel!
Für den europäischen Hersteller gilt es die Embargobestimmungen genau zu kennen, denn
  • wird eine EU Sanktion nicht berücksichtigt, ist das natürlich strafbar und birgt zusätzlich ein Imageproblem für das jeweilige Unternehmen.
  • ist EU-Ware von einem russischen Importverbot betroffen, droht die Vernichtung der gesamten Lieferung.